Gutartige Brusterkrankungen
Fibrocystische Mastopathie
Die Fibrocystische Mastopathie ist ein häufig auftretendes Krankheitsbild der Brust. Viele betroffene Frauen leiden unter Brustschmerzen und verhärteten, knotig veränderten Brüsten. Aus unbekannten Gründen bildet das Brustgewebe vermehrt Bindegewebe und epitheliales Gewebe. Das geht häufig einher mit der Bildung von Cysten. Das sind mit Drüsenepithel ausgekleidete Hohlräume, die sich mit Flüssigkeit angefüllt haben. Ab einer bestimmten Grösse lassen sie sich als prallelastische, gut verschiebliche Knoten tasten. Oft sind sie schmerzhaft, und unter diesen Umständen wird eine Punktion empfohlen. Werden Cysten jedoch im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt, so müssen sie nicht weiter abgeklärt bzw. punktiert werden, da sie prinzipiell gutartig sind. Die Schwierigkeit der fibrocystischen Mastopathie stellt die Brustabtastung und die Beurteilbarkeit der Mammographie dar, da bei verändertem Gewebe eine adäquate Beurteilung sehr anspruchsvoll ist. Von hohem Nutzen ist dabei der Brustultraschall. Die Therapie der fibrocystischen Mastopathie ist auf die Schmerztherapie ausgerichtet. Sie umfasst natürliche Substanzen (z.B. Nachtkerzenöl) bis zur Entfernung des Brustdrüsenkörpers bei invalidisierenden Schmerzen. Eine individuelle Beratung durch Ihren Facharzt ist empfohlen.
Fibroadenom
Fibroadenome sind prinzipiell gutartige Geschwulste, die vor allem bei jüngeren Patientinnen auftreten. Entdeckt werden sie meistens durch das Auftreten eines gut verschieblichen, eher harten Knotens in der Brust. Ist die Diagnose durch den Ultraschall eindeutig zu stellen, so ist eine Gewebsuntersuchung durch eine Biopsie nicht zwingend notwendig. Besteht jedoch die Verdachtsdiagnose eines Fibroadenoms bei einer Frau über 40 Jahre, so ist eine Abklärung mittels Biopsie zu empfehlen. Eine Entfernung ist zu diskutieren, wenn ein schnelles Wachstum festgestellt wird oder die Geschwulst gross ist (>2 cm).
Lipom
Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor, der aus Fettgewebe besteht. Auch hier lässt sich häufig ein Knoten in der Brust tasten, der aber meist etwas weicher ist. Das Lipom kann aber oft auch völlig symptomlos bleiben. Ob eine Gewebeuntersuchung mittels Biopsie notwendig ist, ist abhängig vom Alter und der Möglichkeit der eindeutigen Diagnosestellung über die bildgebenden Verfahren.
Milchgangspapillome
Papillome sind blumenkohlartige Wucherungen der milchgangauskleidenden Zellschicht. Oft kommt es als erstes Symptom zu einem blutigen Ausfluss aus der Brustwarze. Das Entartungsrisiko ist insgesamt klein, bei mehreren Papillomen etwas grösser. Mittels Galaktographie oder gegebenenfallls mittels Ultraschall lassen sich die betroffenen Milchgänge darstellen und nach Markierung gezielt entfernen.
Mastitis puerperalis
Bei Mastitis puerperalis handelt es sich um eine Entzündung der Brust nach einer Geburt während der Stillzeit, die durch Bakterien verursacht wird. Über kleine Verletzungen an der Brustwarze können diese in die Milchgänge eindringen. Ein Milchstau begünstigt die Ausbreitung der Entzündung in der Brust. Es kommt zu einer Rötung und Überwärmung der Brust und zu Schmerzen an den betroffenen Stellen. Fieber und Schüttelfrost sind weitere Symptome. Die wichtigste Behandlung ist die gute Entleerung der Brust und Vermeidung eines Milchstaus, sowie verschiedene Wickel, um die Entzündungsreaktion zu bekämpfen, bei stärkeren Entzündungen kommen Antibiotika zum Einsatz und z.T. Medikamente, um die Milchbildung zu reduzieren. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Abszessbildung (Eiterabkapselung) kommen, die z.T. operativ behandelt werden muss.
Mastitis nonpuerperalis
Im Gegensatz zur Mastitis puerperalis tritt die Entzündung ausserhalb der Stillzeit auf, und ist insgesamt seltener. Die Ursachen dieser Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Begünstigende Faktoren können gutartige Veränderungen des Brustgewebes und der Milchgänge sein, häufig sind die betroffenen Frauen Raucherinnen. Weitere Faktoren sind Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit) und verschiedene Hormone. Eine bösartige Veränderung der Brust kann ebenfalls die Ursache darstellen und sollte immer ausgeschlossen werden. Die Behandlung besteht auch hier in lokalen Massnahmen, Antibiotika und/oder operativer Therapie.
Mastodynie
Mastodynie beschreibt ein Spannungsgefühl und ziehende Schmerzen, die meist vor der Periode auftreten und beide Brüste betreffen. Die Ursache ist nicht vollständig geklärt, hormonelle Einflüsse scheinen eine wesentliche Rolle zu spielen. Therapeutisch kommen Präparate mit Nachtkerzenöl oder auch die Anti-Baby-Pille zum Einsatz. Als Therapieversuch kann der Kaffeekonsum eingeschränkt werden.
